Lärmmessungen - Überwachung von Anlagenlärm

Rechtliche Rahmenbedingungen

Wir messen den Lärm am Arbeitsplatz mit geeigneten Geräten. So sind zum Beispiel bei der Überwachung von Anlagenlärm Messungen vorgesehen. Rechtliche Vorgaben zu Lärm am Arbeitsplatz (Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung):
 
Um den negativen Auswirkungen des Lärms an Arbeitsplätzen zu begegnen und die Beschäftigten vor unnötig hohen Belastungen zu schützen, erließen die Unfallversicherungsträger und staatliche Stellen ab Mitte der 1970er-Jahre verschiedene Vorschriften zum Lärmschutz an Arbeitsplätzen. Davon sind vor allem bedeutsam:
  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV – Verordnung über Arbeits­stätten) vom 3. Dezember 2016, zuletzt geändert durch Artikel 4 der Verordnung vom 19. Juli 2010
  • Lärm- und Vibrations-Arbeits­schutz­verordnung (Lärm­Vibrations­ArbSchV) vom 06. März 2007, zuletzt geändert durch Art. 3 der Verordnung vom 19. Juli 2010, in Verbindung mit den Technischen Regeln zur Lärm- und Vibrations-Arbeits­schutz­verordnung (TRLV Lärm) vom 23. März 2010.
Die Arbeits­stätten­verordnung sagt bezüglich des Lärms im Anhang unter Ziffer 3.7, dass der Schalldruckpegel in Arbeits­stätten so niedrig zu halten ist, wie es nach Art des Betriebes möglich ist. Der Schall­druckpegel „ist in Abhängigkeit von der Nutzung und den zu verrichtenden Tätigkeiten so weit zu reduzieren, dass keine Beein­trächtigungen der Gesundheit der Beschäftigten entstehen“. Die Anwendung wurde auf den Bereich unterhalb des in der Lärm­Vibrations­ArbSchV festgelegten unteren Auslösewertes von 80 dB(A) begrenzt. Die Höhe der zulässigen Geräusch­belastung und ggf. erforderliche Schutzmaß­nahmen müssen sich am Stand der Technik und den arbeits­wissen­schaftlichen Erkenntnissen orientieren. Als Hilfe kann dabei die Richtlinie VDI 2058 Blatt 3 dienen, die die unter­schied­lichen Auswirkungen von Lärm beschreibt und in Abhängigkeit von der Tätigkeit Richtwerte von 55 dB(A) und 70 dB(A) vorgibt.
 
Die Lärm- und Vibrations-Arbeits­schutz­verordnung setzt zwei europäische Arbeits­schutz-Richtlinien (2003/10/EG „Lärm“ und 2002/44/EG „Vibrationen“) in nationales Recht um. Um die darin festgelegten Anforderungen zu konkretisieren, erarbeitete der Ausschuss für Betriebs­sicherheit (ABS) Technische Regeln (TRLV) für die Bereiche „Lärm“ und „Vibrationen“. Bei Einhaltung dieser Technischen Regeln kann der Unternehmer davon ausgehen, dass die Anforderungen der Verordnung erfüllt sind.
 

Gefährdungsbeurteilung

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung hat der Arbeitgeber festzustellen, ob die Beschäftigten Lärm ausgesetzt sind oder ausgesetzt sein könnten. Darüber hinaus sind mögliche Wechsel- oder Kombinationswirkungen bei gleichzeitiger Belastung durch Lärm und arbeitsbedingte ototoxische Substanzen zu berücksichtigen (siehe Positionspapier „Ototoxische Arbeitsstoffe“).

Zur Beurteilung der Lärmexposition gibt die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung verschiedene Auslösewerte vor, die – wenn sie erreicht oder überschritten werden – Präventionsmaßnahmen nach sich ziehen. Ein Tages-Lärmexpositionspegel LEX,8h ab 80 dB(A) bzw. ein Spitzenschalldruckpegel LpCpeak ab 135 dB(C) erfordert:

  • Information der Mitarbeiter
  • Bereitstellung von Gehörschutz

Ab einem Tages-Lärm­expositions­pegel LEX,8h von 85 dB(A) beziehungs­weise einem Spitzen­schall­druckpegel LpCpeak von 137 dB(C) gilt:

  • Tragepflicht für Gehörschutz
  • Kennzeichnung von Lärmbereichen
  • Aufstellung eines Lärmminderungsprogramms

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